Post Polio Syndrom
ein Bericht von Dieter Schlegel
Dieter Schlegel ist engagiertes Mitglied der Polio Initiative Europa e. V.,
deren Regionalsprecher für Oberpfalz und Niederbayern
Kunde bei natürlich gesund
L-Carnitin - eine tolle Erfahrung
Bei den unterschiedlichsten Treffen von PPS (Post Polio Syndrom) Betroffenen habe ich oft den Begriff L-Carnitin vernommen.
Wer sich daran erinnert, da gab es die Schluckimpfung , dann hatte man Impfschutz gegen Polio/Kinderlähmung. Kinderlähmung – das gab es früher. Oder? Weit gefehlt, Kinderlähmung, gibts immer noch.
Entgegen überliefertem Wissen gibt es eine Folgekrankheit der Polio, nämlich das Post-Polio-Syndrom mit Symptomen wie z. B. Muskelschwächen, Schmerzen und Lähmungen bis eventuell Schlafapnoe. Einer dieser PPS-Betroffenen bin ich. Aber was hat das alles mit L-Carnitin zu tun und was ist das?
L-Carnitin ist eine körpereigene Substanz und besteht aus Aminosäuren. Der größere Teil stammt von Fleisch- und Milchprodukten in der Ernährung. Aus Fleischextrakt ist L-Carnitin im Jahr 1905 erstmalig isoliert und herausgelöst worden, deshalb der Name vom lat. caro, carnis = Fleisch (Auszug aus dem Biochemischen Lexikon C).
Aber was bewirkt L-Carnitin? Ich begebe mich auf die Gefühlsebene. Was spüre ich?
Wie schon gesagt: gehört, aber nicht viel davon verstanden. Dafür gebe ich kein Geld aus. Aber...
Nach weiteren Gesprächen, nicht mit Vertretern oder gar Produktherstellern, bin ich trotzdem vor ca. 6 Monaten der Neugier unterlegen und habe, meinem Gewicht entsprechend, täglich 2000 mg geschluckt. Erfolg gespürt?
Durch bessere Fettverbrennung in den Zellen mehr Leistung? Naja, was soll ich nach 3 oder 4 Tagen schon sagen. Sicherlich ist Skepsis angebracht. Ich nehme nun nichts mehr ein. Plötzlich habe ich verspürt, wie viel besser es mir in den letzten Tagen gegangen ist. Sollte sich die Einnahme von L-Carnitin doch positiv auswirken? Erneut habe ich die oben genannte Dosis eingenommen und siehe da ich fühle mich wieder leistungsfähiger. Mehrmals habe ich die Einnahme unterbrochen und immer wieder hat sich die gleiche Wirkung gezeigt. Nach wie vor bin ich nicht schmerzfrei. Auch benötige ich noch in der Nacht meine Atemmaske wegen der Schlafapnoe. Trotzdem fühle ich mich leistungsfähiger, so dass ich mir eine Reise mit dem Motorrad nach Griechenland und zurück zutraute. Fünf Jahre habe ich diesen Traum geträumt, jetzt habe ich diesen Traum verwirklicht. Ist es die Wirkung des L-Carnitin gewesen? Beweisen kann ich es nicht, „Erfahren“ aber habe ich es doch.
Dies ist keine Werbung für einen Hersteller oder Vertrieb. Ich verbinde mit dieser Aussage keine wirtschaftlichen Interessen. Dies ist nur die Schilderung von Erfahrungen eines Skeptikers.
Dieter Schlegel
Mein Traum wird endlich wahr
Eine Motorradreise von der Oberpfalz nach Kreta
Es ist der 07.09.2004. Das Motorrad steht gepacktvor unserer Garage in Nabburg. Wir, das sind meine Frau Karin, 60 Jahre, durch einen Skiunfall behindert und ich, Dieter, 60 Jahre, der mit fünf Jahren an Kinderlähmung erkrankte. Ich erlebe seit 10 Jahren viele Einschränkungen, ohne von PPS gewusst zu haben.
Wir träumen seit Jahren, mit unserem Motorrad den Südosten Europas, die Insel Kreta zu erkunden. Nun ist es soweit. Wir machen uns auf den Weg, Hoffentlich halten wir drei „Alten“ das Abenteuer auch durch.
500 km später haben wir die Alpen überquert und kommen in Kärnten an. Dort finden wir in einem kleinen Landgasthof Unterkunft Gut ausgeschlafen und verköstigt, und frohen Mutes geht es am nächsten Morgen weiter. Von Kärnten nach Slowenien (einer der Pässe hatte 53 Spitzkehren!) nach Triest. Die Fähre ist nicht da, der Fahrplan geändert, Abfahrt erst in 3 Tagen. Wir müssen weiter Richtung Venedig. Kurz vor Venedig finden wir ein Hotel.
Am Donnerstag nehmen wir von Mestre/Venedig schließlich die Fähre von Minoen-Lines. Nach 30 ewigen Stunden kommen wir in Patras an. Jetzt heißt es: abermals ein Hotel suchen. Nach einer sehr kurzen Nacht fahren wir über Korinth nach Piräus. Dort nehmen wir,die „Blue Star Ferry“ zur Überfahrt nach Chania auf Kreta.
Als wir auf Kreta um 23.00 Uhr anlegen, stürmt es (wer kennt ihn nicht, den Wind auf Kreta). Wir fahren in der Nacht von Nordwesten in den Südosten der Insel. Nach 3.00 Uhr sind wir an unserem Ziel, total fertig, aber überglücklich. Wir haben es geschafft.
Erst einmal gibts Kaffee. Ein Tröpferlbad und Bett steht uns bei Vasilios Schwiegermutter zur Verfügung .
Es liegen herrliche Sonnentage vor uns - warmer Kies und glasklares Wasser am Ufer des Lybischen Meeres. Wie gut das für unsere schmerzenden Gelenke ist.
Wir schaffen auch die Rückfahrt, unser altes Motarrad hält durch, und wir auch. Mit zwei Fähren, diesmal von Heraklion nach Piräus und von Patras nach Ancona erreichen wir wieder Italien. Von hier aus fahren wir über die Autobahn nach Südtirol (600 km), wo wir zwei Tage Pause einlegen.
Der letzte Tag ist eine Fahrt durch Kälte und Regen. Wir haben uns unseren Traum erfüllt und wir träumen schon wieder. Hoffentlich macht uns unsere Behinderung keinen Strich durch die Rechnung.
Dieter Schlegel
